Franjo Klopotan

Einer der Schöpfer der surrealisms in Kroatien, auch in der Enzyklopädie der kroatischen Kunst akzeptiert wird, wurde Franjo Klopotan Unterscheidungskraft Künstler, sehr prominente außerhalb der Grenzen Kroatiens.

Vorwort

Franjo Klopotans Bilder fallen weder durch das wilde, bewegte, dramatische Geschehen der dargestellten Vorwürfe, noch durch starke, expressiv gesehene und verwendete Farben auf. Seine Malerei hat eher einen zurückhaltenden Charaker, dem die meht statisch betonte Wiedergabe der Bildenhalte entspricht. Analog dazu wird die knapp bemessene Palette im wesentlichen von gedämpften Grau- und Brauntönen beherrscht. Die so entstehende getragene Grundstimmung weiß der Maler allerdings durch die pointierte Verwendung farbiger Glanzpunkte wirkungsvoll zu beleben und damit Akzente zu setzen.

Den oft tristen, belastenden und nicht selten auch traurigen selten auch traurigen Seiten des Alltags wird so gleichsam ein versöhnlich wirkendes Element mit den kleinen Freuden und Glücksfällen entgegengesetzt. Es bringt Licht in das graue Einerlei, gibt Kraft und Auftrieb und führt damit über hemmende Tiefpunkte hinweg. Kurzum, es ist eine Widerspiegelung des menschlichen Lebens, wie es von dem Künstler mit seinen körperlichen und seelischen Höhen und Tiefen im ständigen Auf und Ab empfunden und in seiner Malerei gestalterisch verarbeitet wird.

Eine solche dem Leben mit all seinen Fragen und Problemen, Licht- und Schattenseiten durchaus verbundene Sicht- und Gestaltungsweise Klopotans bleibt keineswegs einem vordergründigen Naturalismus verhaftet. Auf seinen Bildern wird man deshalb auch die Ursachen der jeweils dargestellten Stimmungslagen vergeblich suchen. Ebenso liegt ihm die Absicht kritischer Betrachtung von Zeit und Umwelt genau so fern wie die bewußte soziale Anklage. So wie seine Farben einen feinen Schmelz aufweisen und damit den Eindruck einer gewissen Verhangenheit erwekken umhüllt er seine Anliegen mit einem zarten unaufdringlichen Scnleier der symbolischen Verschlüng der formalen Einbindung.

Ein auffallendes und auf den Bilder häufig aufgetrendes Mittel, das fast zu einem Kennzeichen der künstlerischen Handschrift wird, ist die Verwendung eines feinen Filigrans substiler Verästelungen bei der Wiedergabe von Ast- und Wurzelwerk. In ebenso unaufdringlicher wir bestimmter und nicht abwendbarer Weise verzweigt sich dieses undurchdringbare Geflecht wie das Mycel von Pilzen, durchsetzt den Bildraum, bereitet ihn auf, macht ihn in gewisser Weise locker und transparent und verleiht ihm doch zugleich eine eigene sperrige Festigkeit und abweisende Geschlossenheit.

Mit der diesem Gestaltungselement eigenartigen Zwischenstellung wird dem Betrachter der Bilder der Eindruck einer surrealen Welt vermittelt. Wunsch, Traum und Wirklichkeit fließen hier ebenso zusammen und durchdringen sich, wie Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft ihre klare Abgrenzung verlieren, sich beliebig und scheinbar ohne praktische Konsequenzen vermischen, um sich dann zu einer neuen Seinsebene zu verbinden.

Das filigrane Geflecht bekommt damit für Klopotan nicht nur die Stellung eines formalen künstlerischen Gestaltungsmittels. Es hat für ihn darüber hinaus grundsätzliche Bedeutung als sichtbaren Ausdruck der eigenen Haltung und Einstellung des Künstlers. Die wurzelartigen Fäden stellen zugleich die nährende Verbindung zur eigenen Vergangenheit her, verbinden diese mit dem Hier und Heute des sensiblen Malers und erlauben umgekehrt nicht minder, die Erinnerung an das Einst als wichtigen Bestandteil in die Gegenwart einfließen zu lassen.

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Prof. Friedbert Ficker